Siebeneinhalb

Ich schätze, dass wir gegen Zehn die Anker lichten können.

Bis dahin dürften Joana, Gabby und ihr Nachwuchs an Bord sein. Nein, nicht ihr Nachwuchs, sondern Eva. *augenverdreh

Ich muss einfach versuchen die Bälger als Menschen anzusehen und ihnen Namen zu geben, bzw. sie zu benutzen. Mazikeen meint, bei ihr hätte das geholfen. Kinder wären jetzt nicht mehr ganz so übel für sie. Früher hätte sie immer den unbändigen Wunsch gehegt, sie mit bloßen Händen zu erwürgen. Heute hätte es sich dahingehend reduziert, dass sie nur noch den Wunsch hatte, sie in einen Kerker zu sperren und den Schlüssel wegzuwerfen.

Der Pilot unserer Maschine hatte sich jedenfalls gemeldet und den Touchdown für 0855 Ortszeit angekündigt.

Mazikeen war gerade unterwegs und holte unsere neuen Besatzungsmitglieder in der Marina ab. Den holländischen Koch Bram und den norwegischen Seemann Elias. Laut Zeugnissen sollte Bram wirklich ein verkappter Sternekoch sein. In seinen Unterlagen steht, dass er liebend gerne sein eigenes Restaurant gehabt hätte. Doch die Liebe zum Meer hatte gewonnen. Bei Elias stand schlicht „Seemann“. Mazikeen fand die Aussage recht brauchbar. Warum auch nicht? Es war ein Seemann gefragt und er war einer. Passte. Oder?

Mazikeen lieferte in der Marina noch ein letztes Mal unseren Müll ab. (Auch so eine Sache, die die Leute gerne vergessen: Nicht alles an Bord kann man einfach im Meer entsorgen. Zum Beispiel auf keinen Fall Damenhygieneartikel. Oder „den vollgebluteten Mist“, wie ich den Dreck gerne nenne, der sich bei so vielen Weibern an Bord natürlich häuft. Seehunde mit blutigen Slipeinlagen auf der Schnauze sind nicht mehr sonderlich fotogen.)

Keine Sauereien bitte!

Sobald Maze zurück ist, machen wir fliegenden Wechsel und ich hole meine beiden Diven Joana und Gabby und ihren Nachwu…, äh, Eva ab. Wir liegen nicht weit vor Kingstown, die einfache Tour mit unserem kleinen Williams dauert nicht länger als 10 Minuten. Das große Schlauchboot benutzen wir nur, wenn wir wirklich eine Menge Proviant bunkern müssen, oder Übungen für den Notfall halten.

Es ist jetzt voller geworden an Bord. Die Passagiere Joana, Gabby und – Eva. Die neuen Seeleute Bram und Elias, mein Freund Ken, die Dämonin Mazikeen und ich. Ein wenig Platz hätten wir schon noch, doch mir ist das hier wirklich voll genug. Und wer weiß – vielleicht finde ich ja doch noch mein drittes Weib? Online vielleicht? Wäre doch mal ganz witzig – zur Abwechslung.

Für sie müsste sich ja dann auch noch ein Plätzchen finden. Abgesehen davon, kann jederzeit auch noch jemand von der Familie auftauchen – vorzugsweise Anik und ihr Mann, mein Bruder und sein Weib oder gar diverse Eltern von uns?

Nein, über solche Katastrophen will ich jetzt nicht weiter nachdenken. Sieben Leute – siebeneinhalb, das Balg eingerechnet – reichen fürs Erste. Und mit fünf seetüchtigen Seeleuten unter ihnen, schaffen wir auch eine Non-Stop-Golf-Durchquerung. Und zwar vor dem ersten Hurricane der Saison.

Jetzt noch ein Kaffee, dann in die Klamotten springen und fertigmachen zum Landgang.


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Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

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