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Digitales Leid

Gabby und Joana landen um Neun.

Die kleine Eva auch.

Noch sieben Stunden und die Ruhe hier ist vorbei. Göttin hilf!

Im Morgengrauen bereiten wir das Boot vor, um sofort verschwinden zu können.

Sofern bis dahin auch die neuen Seeleute eingetroffen sind.

Einfach weg hier so schnell es geht. Unsere gesamte Reiseplanung können wir ja komplett in die Tonne stopfen.

Inselhüpfen ist nicht mehr drin, weil wir davon ausgehen, dass sich viele kleine Staaten komplett abschotten werden. Momentan ist unsere beste Option, Kurs auf die Staaten zu nehmen, weil wir alle amerikanische Staatsbürger sind, bzw. eine Green Card besitzen.

Maze und ich haben viele Möglichkeiten diskutiert, doch für uns scheint wirklich nur die eine zu bleiben: Ab nach Norden in den Golf und an die amerikanische Südküste.

Uns bliebe noch der Panamakanal (für viel, viel Geld), denn noch ist er offen. Rüber in den Pazifik zur Westküste und nach Hawaii. Los Angeles oder die Bay Area sind in der Regel eine bessere Wahl als die zerklüftete Küste mit den Fanatikern der Südstaaten.

Nur, ganz ehrlich, was passiert wenn irgendwelche Bekloppten den Kanal dichtmachen und alle, die gerade drin sind, festsetzen? Die Chance ist gering, doch ich will keine Pferde kotzen sehen!

Ausserdem – wie sicher wird der Pazifik sein? Schon jetzt gibt es Anzeichen erhöhter Piratenaktivität im indonesischen Raum und ich möchte mir wirklich die Chance offenhalten, nach Europa zu segeln. Wenn das Theater dort einmal ein Ende gefunden hat.

Und die vielen kleinen Inselstaaten im Pazifik werden nicht anders handeln, als die in der Karibik: Tür zu, abschließen und Schlüssel wegwerfen.

Und hier über den Atlantik kann ich Europa und auch Australien erreichen. Und Südamerika, wenn z. B. Argentinien oder Chile es schaffen, die Sache unter Kontrolle zu halten.

Nein, der Atlantik scheint derzeit die bessere Wahl zu sein.

Maze, ich und der immer noch hustende Ken sitzen an Deck und genießen ein paar warme Schauer. Wie hatten wir uns auf die verdammte Karibikrundreise gefreut! Aber meckern dürfen wir nicht: Uns geht es verdammt gut, verglichen mit anderen.

Maze und ich sind nackt, wie meist, wenn keine Gefahr besteht, dass prüde Behörden uns Ärger machen. Es ist zu dunkel für ordinäre Ferngläser.

Ken hingegen hat sich eingepackt und trägt sogar einen Schal. Er will „diese verfickte Grippe“ endlich loswerden.

Kann ich verstehen. Klingt nicht lustig.

Ich bin müde. Irgendwie sogar zu müde für alles, inklusive Rumfummeln. Zu müde für alles was Spaß macht.

Ich lese zu viel Nachrichten. Das macht müde in dieser Zeit.

Ich will Sex, doch mein Kopf ist gerade in Italien, Spanien und der UK, wo gerade die Welt untergeht.

Die Welt ist digital geworden und damit irgendwie auch das Leid.


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


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