From Zoe With Love

Heute morgen war sie da.

In Kingstown. Im Café.

Nein, nicht Joana. Zoe war da.

Einfach so. Aus heiterem Himmel ist sie aufgetaucht und setzte sich ungefragt an meinen Tisch.

„Wir müssen reden“, sagte sie.

„Ich wüsste nicht, worüber.“ Ich meinte es ernst. Normalerweise war ich nicht so forsch, wenn es um Zoe ging, jedenfalls fühlte ich mich nicht so forsch, wenn sie mir plötzlich und unerwartet gegenüber sass (was bislang nur ganz selten vorgekommen war). Ich tat dann bestenfalls so als wäre ich souverän. Was ich tatsächlich nie wirklich war, wenn sie sich ungefragt in mein, in Tammys, Leben drängte.

Wenn Zoe einfach so auftauchte und reden wollte, war Vorsicht geboten. Oder war ich einfach nur verwundbar, nach den fünf Orgasmen vorhin?

„Zum Beispiel darüber, dass du versuchst mich zu töten.“

„Dich zu töten? Unsinn!“

Natürlich versuchte ich das. Die Zeiten, in denen ich an ihrer Existenz fast verzweifelt war und trotzdem ihre Lebensberechtigung akzeptiert hatte, waren lange vorbei. Zoe musste sterben, dessen war ich mir seit langem bewusst.

Leider war sie es auch.

„Das muss aufhören, Tammy!“

„Dann verschwinde!“

„Das kann ich nicht tun, Tammy. Das weißt du.“

Ja, das wusste ich. Deshalb musste sie ja sterben. Leider war das eine Gleichung mit vielen – vielleicht zu vielen – Unbekannten. Zoe an sich war eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten.

„Lass mich in Ruhe, Zoe!“

„Du benutzt Mazikeen um mich zu töten, Tammy. Das wird nicht funktionieren. Ich garantiere dir, dass jedes eurer Spielchen mich nur stärker macht.“

„Was willst du, Zoe?“

„Dich warnen.“

Mich warnen? Wovor sollte Zoe mich wohl warnen können? „Mach dich nicht lächerlich! Wenn ‚jedes unserer Spielchen‘ dich doch nur stärker macht – dann freu dich doch!“, grinste ich aber fühlte, wie sich Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitete. Der Gedanke an eine stärker – noch stärker – werdende Zoe machte mir Angst. Zumal – wir saßen uns gegenüber und wie oft war das bislang vorgekommen?

„Hast du noch nicht bemerkt, dass du von Mazikeen immer mehr erwartest?“

Das hatte ich in der Tat bemerkt. Und das war Zoes Werk?

„Und wenn sie dir eines Tages nicht mehr zu geben hat, als das wozu sie als Dämon…“ Sie lachte bei dem Wort: „…als Dämon in der Lage ist, dir zu geben, werde ich da sein und deine Reste aufkehren.“ Zoes Gesicht war ausdruckslos als sie hinzufügte: „Und sie in den Müll werfen.“

Ich sass mit offenem Mund vor ihr. Lange.

Wie aus undurchdringlichem Nebel heraus hörte ich eine männliche Stimme: „Ma’am? Ist alles in Ordnung, Ma’am?“

Was? Wo? Wie?

„Ist Ihnen nicht gut, Ma’am?“

Ein Kellner. Er hatte sich zu mir herabgebeugt und schaute mich besorgt an. „Ma’am?“

„Äh, ja. Danke. Alles gut.“

Zoe war nicht mehr da.

„Zahlen“, stammelte ich: „Ich möchte zahlen.“

„Natürlich, Ma’am.“

Ich griff nach meiner Handtasche. Und genau in diesem Moment spürte ich Zoes Hand auf meiner und ihren Atem in meinem Ohr: „Wenn du bereit bist zu reden, werde ich da sein.“

Zu reden… Angst! Ich hatte Angst!

„Scherben“, flüstere sie: „Denk an die Scherben!“ Und dann lachte sie und war verschwunden.

From Zoe With Love

……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. 64er sagt:

    Das klingt diabolisch.

    Gefällt mir

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