Meine persönliche Dämonin

Maze hat mir schon immer gesagt, dass sie kein Mensch, sondern eine Dämonin wäre.

Schon damals, als sie noch Chris hieß. Chris würde sie sich nur ironischerweise nennen, hatte sie todernst erklärt.

Klar, eine Dämonin namens Chris. Warum nicht Jesus Christus „Satanas“ nennen? Macht Sinn. (Ich entschuldige mich hiermit bei allen Atheisten, doch ich trage nun einmal ein Kreuz um den Hals. Richtig herum.)

Eine Dämonin also. Künstlername Chris. Ihren Dämonennamen wollte sie mir partout nicht verraten. „Wenn du anfängst zu verstehen“, hat sie immer gesagt.

Offenbar hatte ich ungefähr fünfzehn Jahre nichts kapiert.

Im sechzehnten hat es dann „klick“ gemacht. Nehme ich an.

Vielleicht lag es daran, dass ich gefragt hatte: „Dich werde ich nie los, oder?“

„Ich bin dein persönlicher Dämon.“

„Könnte hinkommen. Egal was ich anstelle, egal wie oft ich mit dir Schluß mache…“

„Gib’s auf. Du wirst mich nicht los. Persönliche Dämonen sind…“

„…immer da. Ich weiß.“

Was stimmte. Sie war da. Immer. Im Hintergrund. Und wenn ich nur meine Sachen bei ihr lagern durfte. Oder wenn ich auf ihre Insel – ja, sie wohnt auf Orcas Island – geflogen kam um mich an ihrer Schulter auszuheulen. Oder wenn ich sie anrief, wenn meine Krankheit mich besonders schlimm heimsuchte. Dann nahm sie die nächste Maschine und hielt meine Hand.

Und dann schickte ich sie zurück auf die Insel in ihr Haus, dorthin wo viele meiner Habseligkeiten lagerten, weil ich nach meinem Studium nie ein anderes, wirkliches Zuhause gehabt hatte. Als Pilotin – oder auch Flugverrückte – hielt ich selten Ruhezeiten wirklich ein und lebte lange Zeit mehr in Hotels als in Apartments.

Chris hingegen war immer da. Immer am selben Ort. Das war quasi ein Naturgesetz.

Naturgesetz?

„Chris?“

„Ja?“

„Warum tust du das alles für mich?“

„Weil ich dich liebe.“

Ich weiß gar nicht, wie oft wir dieses Thema hatten und meist waren die Frage und die Antwort die gleichen: „Warum…?“ „Weil…“

Und manchmal konnte ich es dann nicht lassen ein wenig zu sticheln: „Wieso wohl sollte eine Dämonin eine Christin lieben? Wir sollten wie Feuer und Wasser sein!“

Ihre Antwort kam brottrocken und mit einem Schulterzucken: „Ich habe einfach Pech gehabt.“

Wie Feuer und Wasser

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www.tammysdiary.blog


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J. – Forever

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