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Nur ein Kuss

„Dich zu küssen ist eigentlich schon ziemlich geil“, hatte sie gesagt.

Schon ziemlich geil? Das war’s?“

Ich gebe zu, ich war ein wenig enttäuscht. Und „eigentlich“? Hallooooo?“

„Ja, warum? Ist da mehr?“

Ich habe sie gepackt und richtig geküsst. Ich meine so richtig richtig. So, dass mir vor Geilheit die Kniescheiben rotierten.

„Geil!“, sagte sie.

Sie konnte noch reden? Ernsthaft?

„Schau…“, begann sie zu erklären.

Sie konnte noch erklären? Ernsthaft?

„Schau“, wiederholte sie, denn sie hatte wohl meine Frustration erkannt und hatte vermutet, dass ich dadurch einen Hörsturz bekommen hatte: „Ich gebe zu, das war traumhaft, wirklich, und das möchte ich öfter mit dir tun…“

Öfter mit mir tun? Ist die blöd? Ich schwimme hier weg und die will das öfter mit mir tun?

Sie hatte wohl meinen verstörten Gesichtsausdruck richtig gedeutet: „Okay, ich bin noch nie in meinem Leben so geküsst worden, doch es war ein Kuss, richtig? Nur ein Kuss, richtig?“

Nur. Ein. Kuss. Nach all den Jahren war das nur. ein. Kuss! FUCK!

„Liebst du mich?“, habe ich gefragt.

„Ich liebe dich wie sonst nichts und niemanden auf der Welt, das weißt du.“

Und das war nur ein Kuss? Ernsthaft?

„Bei dir tut sich nichts weiter? Es muss ja nicht gleich eine Sturmflut sein, aber eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit zwischen den Beinen wäre ja schon ein Anfang…“

„Du erinnerst dich schon, das ich hetero bin? 100% hetero?“

„Männer küssen besser?“

„Nicht die Spur. Aber bei Männern passiert in der Regel etwas danach.“

„Sex.“

Sie nickte.

„Das heißt du wirst nie mit mir schlafen…“

„DAS habe ich nicht gesagt…“

Ich nahm mein Handy und wählte die Nummer von Mazikeen: „Maze, komm sofort hierher! Ich brauche Kusstraining!“


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

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