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Gute Gespräche sind wichtig

Wiedergesehen habe ich Joana dann gleich am nächsten Morgen.

Wieder auf der Dachterrasse. Ich hatte mich noch nicht durchringen können, bei ihr zu Hause in ihrer Küche zu sitzen. (Morgens gab es für mich nur zwei Möglichkeiten: Café oder Küche. Etwas anderes war nicht drin.)

Das heißt, auf Schmitz‘ Katze (und natürlich auch auf anderen Booten) gibt es natürlich noch die Möglichkeit an Deck zu sitzen, doch da es so gut wie überall auch einen kleinen Kühlschrank oder gar einen versenkbaren Grill gibt – Schmitz‘ Katze hat beides und sogar noch zwei kleine Kochfelder – zähle ich das mal ganz frech zu „Küche“.

Das nur nebenbei.

„Wie geht es dir?“, fragte ich gleich als erstes, Interesse heuchelnd.

„Nicht gut“, sagte sie.

Klasse, das fehlte mir noch!

„Erzähl!“, forderte ich sie trotzdem auf.

Und sie begann von ihrem Ex zu erzählen, dem sie immer noch nachtrauerte. Das konnte ja wohl nicht wahr sein! Erst werde ich als „Fan“ bezeichnet, dann zwei Tage Blumenterror und jetzt das! Ich sollte diese Sache mit ihr noch einmal überdenken. Das hatte jetzt wahrlich nichts mit „selbstsüchtig“ zu tun, es ging mir nur auf die Nerven! Oder doch hatte es doch?

Mazikeen würde jetzt sagen, dass ich das selbstsüchstigste kleine Miststück wäre, das ihr jemals begegnet sei. Und ich würde fragen, warum sie dann ständig um mich herumschleichen und für mich den Aufpasser spielen würde. Und sie würde sagen, dass es ja schließlich irgendwer tun müsste und ich würde den Kopf schüttel: Jajaja, blablabla…

„Und dann… Kinder… Ärger… wieder… andere…“

Ich bestellte mir eine Milch mit Honig. Aber nur um davon abzulenken, dass ich dringend Alkohol brauchte. Ich war kein Alkoholikerin aber ganz sicher auch keine Therapeutin.

„Er hat gesagt… Frau… Auto… leisten… Film… Kind… Abend…“

Ernsthaft jetzt: Wie hält das jemand aus? Dieses Gejammere? Kann sie das nicht ihrem Spiegel erzählen, der muss sich jedenfalls nicht so anstrengen ein trauriges Gesicht zu machen.

„Verstehst du?“

Ich nickte nachdenklich. Mit nachdenklich Nicken macht man nie was verkehrt.

„Was hätte ich denn machen sollen?“

Und woher soll ich das wissen? „Männern kann man nur in den Arsch treten!“ Auch damit macht man in der Regel nichts verkehrt.

Jetzt nickte sie nachdenklich: „Aber wenn ich ihn doch liebe!“

„Echt jetzt?“

Joana nickte: „Ich denke schon.“

„Dann schlage ich vor, du hörst ganz schnell auf zu denken, sowas kann chronisch werden.“

Sie grinste: „Das ist eine Sache an dir, die ich so mag – dein positives Denken. Und du schaffst es irgendwie mich aufzubauen.“

„Ich höre eben richtig zu.“

Männern kann man nur in den Arsch treten!

Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon

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