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Bis sie es nicht mehr sind

„Süße, lass gut sein“, grinste Maze.

Ich lutschte nicht weiter, ich hatte keine Lust mehr.

„Ihr zwei seid schon ein wenig schräg, oder?“, stellte Joana fest.

„Sie ist.“ Ich kippte meinen Kopf in Mazikeens Richtung.

„So oder so, Maze, ich wollte nur sagen, dass…“

„…du hetero bist uns so weiter und so fort. Ich weiß. Das sagen sie alle. Bis sie es nicht mehr sind.“ Maze grinste: „Du verfehlst den Punkt. Niemand hier interessiert sich im Endeffekt dafür. Wir machen was wir wollen und nicht was die andere will. Das heißt sie vor allem.“ Sie nickte in meine Richtung. „Du magst sie? Have fun! Das hat nichts mit mir zu tun. Oder mit Tammy und mir. Und ich bin immer froh, wenn mal eine andere auf sie aufpasst.“

Ich schüttelte den Kopf. Die hatte so einen Dachschaden mit ihrem Aufpasser-Fimmel.

„Keine Bange“, grinste ich in Joanas Richtung, „sie will dich nicht vertreiben, sie glaubt selbst an den Unsinn.“

Joana fing an zu lachen: „Glaubt mir, in unserem Business trifft man ja so manche seltsamen Menschen – ihr zwei steht ihnen in nichts nach!“

„Und wenn du aufhörst meine Wohnung mit Grünzeug zuzupflastern, freue ich mich auch wirklich, dass du da bist!“

Joana schaute sich um: „Du hättest ja auch nicht alles in die Küche stellen müssen“, überlegte sie.

„Mal abgesehen vom Schlafzimmer, ist das der einzige Raum in dem sie sich aufhält.“

„Musst du eigentlich immer so gnadenlos übertreiben, Maze?“

„Übertreiben? Wo stehen denn deine ganzen Bücher?“

„Blöde Frage!“

„Wo?“

„Im Regal neben der Tür.“

„Falsch. Die habe ich vor sechs Wochen eine Stunde lang in dein Schlafzimmer geschleppt. Das Regal im Wohnzimmer ist leer.“

„Leer?“

„Leer.“

„Warum?“

„Weil ich dort die Vinyls aus dem Keller reinräumen werde.“

„Aha.“ Ich überlegte: „Du meinst, ich war sechs Wochen nicht mehr in meinem Wohnzimmer?“

„Mach Monate daraus.“

„Krass.“

Joana sass neben mir und fing an zu lachen: „Na, ich glaube, mit euch werde ich noch eine Menge Spaß haben!“


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

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