Tanzende Guards

Drei Tage später sind wir das erste Mal zusammen in einen Club und ich habe das erste Mal erlebt, wie so etwas mit Miss Superstar funktioniert.

Nämlich krass.

Haupteingang war nicht. Wir mussten durch einen schmalen Gang mit gestapelten Kisten und kamen bei den Klos rein. Geleitet von einem der Club-Wachleute.

Wir, das waren Joana, ich und 3 (drei, Drei, DREI!!!) ihrer eigenen Bodyguards. Eine davon hat mir später einmal erklärt, was passieren würde, wenn Joana und ich alleine in den Laden gehen und sie erkannt werden würde: Sie hat einfach ihre Handflächen genüsslich gegeneinander gerieben.

Aha.

So krass? So krass.

From time to time I fall apart

Getanzt haben nur Joana und ich. Von anderen mussten wir uns fernhalten. Also miteinander. Sofern man das in einem Club eben miteinander nennen konnte. Wobei ich sagen muss, dass es nicht so ganz ohne Berührungen abging. Die meisten versehentlich im Eifer des Gefechts, einige aber durchaus auch beabsichtigt.

Es gibt auch Clubs, das kann man sich schon ein wenig „mischen“, doch das sind in der Regel die langweiligeren und das funktioniert auch nicht besonders lange. Deswegen steht die ganze Promi-Bande ja auch so auf Partys wie die an Sylvester, bei denen sie unter sich sind.

Joana trug Jeans (weite 70er Jahre für einen geilen Arsch) und ein goldenes Top mit so einem fallenden Ausschnitt und eine kleine Kreuzkette. Auf sonstigen Schmuck hat sie total verzichtet. So wie sie sich ausgetobt hat, war das vielleicht auch besser so. Erstaunlicherweise keine Sonnenbrille oder sonstige Verkleidung, vermutlich vertraute ihre Truppe darauf, dass sowieso jeder mit sich selbst beschäftigt war. Abgesehen davon hatten uns ihre „tanzenden“ Guards derart dicht eingekreist – da wäre keine Maus durchgekommen.

Ich war ein wenig enttäuscht, dass ich nicht oben ohne tanzen durfte – manche Mädchen praktizierten das schon damals in den Clubs. Nicht in allen, aber in den In-Läden. Doch Joana hatte es mir strikt verboten. Ich musste mich an ihre Regeln gewöhnen. Dass Joana mit einer Frau in einem Club tanzte – das wäre zwar ein schickes Foto für die entsprechenden Blätter, doch wenn sie das mit einer Oben-Ohne-Tussi tun würde – „nicht auszudenken“, nach ihren Worten.

Also blieb mein Shirt an, was mich ein wenig billig aussehen ließ („From time to time I fall apart“), weil es nicht dazu gedacht war, an Ort und Stelle zu bleiben, sondern in der Garderobe auf mich zu warten.

Ich hab’s überlebt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s