Joanna Anne

Das folgende ist eine Rekonstruktion von Mazikeen. Ich kann also keine Garantie für den Wahrheitsgehalt übernehmen. Andererseits – Maze lügt nicht, sie weiß gar nicht wie das geht.


Am nächsten Morgen klingelte es.

„Scheißeeeee!“, schrie ich aus dem Schlafzimmer und versuchte unter der Decke heraus etwas zu suchen, das ich werfen konnte, fegte aber nur Lampe, Handy und Wasserglas vom Nachttisch.

„Wer bist du denn?“, fragte Joana, nachdem Maze die Tür geöffnet hatte.

„Das könnte ich dich auch fragen…“

Echt jetzt? Wo ist Tammy?“

„Schläft.“

„Ruhää!“, versuchte ich aus dem Schlafzimmer zu schreien, schaffte aber nur die erste Silbe, dann platzte mein Kopf und verspritzte mein übriggebliebenes Hirn unter der Bettdecke.

„Ru?“, fragte Joana.

„Sollte Ruhe heißen“, flüsterte Maze: „Sie hat den Kater des Jahrhunderts.“

„Kenne ich“, entgegnete Joana ebenso leise. Dann fügte sie, leicht genervt, hinzu: „Lässt du mich jetzt rein oder nicht?“

Maze zuckte mit dem Schultern: „Wegen mir.“

Ohne ein weiteres Wort schlüpfte Joana an ihr vorbei.

„Du weißt ja schon wo die Küche ist. Und wo die Kaffeemaschine steht, weißt du ja auch.“

Joana hatte sich einen Stuhl genommen.

„Kaffee?“, fragte Maze. Dann schloss sie die Tür um mich nicht zu wecken. So ein Vollautomat macht ziemlichen Lärm. Angeblich habe ich wieder irgendetwas Undefinierbares geschrien. Bei der zweiten Tasse muss ich wohl aus dem Bett getaumelt sein und gegen die Tür getreten haben.

„Moment“, sagte Maze zu Joana und ging ins Schlafzimmer.

Ich kann mich duster daran erinnern, dass etwas großes, düsteres, schwarzes, schlankes in mein Schlafzimmer kam und mir mit einer Ohrfeige gedroht hat. Was mich in meinem Zustand auf der Stelle getötet hätte. Also bin ich zurück ins Bett gekrochen und habe mich nicht mehr gerührt. So ein Dämon kann einem gewaltig Angst machen!

„Ich bin übrigens Mazikeen“, sagte Maze, als sie zurück in die Küche kam. (Natürlich sagte sie damals „Chris“, doch ich habe mich jetzt so an „Mazikeen“ bzw. „Maze“ gewöhnt.)

„Und wer bist du?“

„Du weißt genau wer ich bin“, hob Joana die Schultern: „Erstens hat Tammy dir ja ganz offensichtlich von mir erzählt und zweitens kannst du mir nicht erzählen, dass du mich noch nie gesehen hast!“

„Ich möchte es aber gerne hören. Man geht nicht irgendwo rein ohne sich vorzustellen.“

„Ernsthaft? Was läuft denn bei dir quer? Aber wegen mir: Hallo, mein Name ist Joana Anne und ich möchte gerne zu Tammy. Ist das möglich?“ Sie sagte es etwas spöttisch.

„Tammy schläft“, entgegnete Maze: „Falls du mit mir Vorlieb nehmen möchtest? Ich bin Mazikeen. Darf ich dir einen Kaffee anbieten?“

Beide schauten sich an und dann mussten beide lachen.

„Gibt es hier auch Süßstoff?“, fragte Joana.

„Ist ja widerlich.“


Und so hatten sich Joana und Maze kennengelernt.

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