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Gleich geht’s los

Schmitz‘ Katze liegt bereits im Solent.

Sobald es hell wird geht es los. Meine erste richtige Atlantik-Überquerung. Zumindest auf dem Wasser.

Ganz ehrlich: Ich bin tierisch nervös weil es für so etwas die falscheste Jahreszeit ist: Nur Westwinde und ein Sturm nach dem anderen. Für die kommenden Tage sieht es allerdings ganz gut aus.

Wir segeln weit südlich über die Azoren um die Wetterküche im Norden zu umfahren. Ist ein Umweg, aber kaum anders zu machen um diese Jahreszeit.

3.900 Meilen oder 7.300 Kilometer bis zu unserem Ziel Spanish Wells auf den Bahamas: Wir rechnen mit etwa 2-3 Wochen, je nach Wind und Aufenthaltsdauer auf den Azoren und Bermuda. Im Sommer würde das deutlich schneller gehen.

Mit der Anny X würden wir für die Strecke vermutlich 4-5 Wochen einplanen. Schmitz‘ Katze ist wirklich ein Biest!

Als ich ihr gesagt habe wie das Boot heißen wird, hat sie mir gesagt, das wäre ein Name für ein deutsches Kriegsschiff aber nicht für ein Segelboot! Ich habe fast auf dem Boden gelegen vor Lachen!

Das Lustige: Keine von den Amis kann das aussprechen! 😂 Mazikeen hat das einfach für sich auf Speedy Cat geändert. Trifft es zwar nicht ganz aber – was soll’s… Dabei klingt das so lustig, wenn sie sich an Schmitz‘ Katze probiert… 😂😂😇

Mit etwas Glück kommt Joana entweder auf den Azoren oder auf Bermuda an Bord.

Gesundheitlich geht es mir ziemlich scheiße gerade. Ich habe kaum geschlafen, weil die Tabletten im Moment schlecht wirken. Ich bin völlig zugedröhnt und trotzdem macht sich der Nerv zwischendurch mit Stromschlägen bemerkbar. Sogar ungetriggert, was vollkommen ungewöhnlich ist.

Vielleicht liegt es daran, dass wir gestern Abend das neue Boot mit Tequila gefeiert haben. Aber auch das wäre neu. Bisher hatte sich der Trigeminus noch nicht über Alkohol beschwert…

Vielleicht waren es aber auch die Briefe der IRS, die mir von der Steuerkanzlei gemailt worden sind. So ein Scheiß verursacht immer Megastreß. Angeblich reagiert der Nerv ganz gewaltig darauf. Ich habe mich aber auch gewaltig aufgeregt…

Na gut…

Aufgrund der Tabletten kann ich das Boot nicht aus dem Solent fahren und auch nicht an Deck bleiben, weil mein Gleichgewicht nicht so gut ist (erfreulicherweise ist der Wind noch nicht so stark, dass wir alle an Deck müssen). Das ist wirklich ärgerlich.

Der Solent

Wir haben mit der Frau vom Verkäufer und zwei anderen, angeheuerten Seglerinnen eine kleine All-Female-Crew. Zwei oder drei Wochen werden es die Hühner ja wohl miteinander aushalten… Aber Maze hat es nicht so gerne, wenn Schwänze an Bord herumhängen, wie sie das ausdrückt. Sie tut sich ja schon bei meinem Freund Ken schwer (der übrigens jetzt die Anny X in die Nähe von Miami in eine kleine Marina segelt, wo sie zum Verkauf überholt wird. Auch er fliegt dann auf die Azoren oder Bermuda, je nachdem wie lange er dort noch gebraucht wird. Die Crew der Anny X wird aufgelöst, Schmitz‘ Katze kann mit deutlich weniger Leute unterwegs sein. In der Regel werden das nur Ken, Mazikeen und ich sein. Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Jetzt, bei dieser ersten Fahrt und ohne den erfahrenen Ken wollen wir auf Nummer Sicher gehen.

Gerade machen meine Augen mal wieder nicht richtig mit. Alles verschwimmt. Das machen die Tabletten.

Das nervt so unglaublich. Vor allem wenn es dann auch noch nicht mal komplett hilft. Egal.

Aber was ich immer noch kann ist… Ja, genau.

Ich schreibe nachher weiter.

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