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Dämonenaugen

Das Schiff ist leer. Dunkel. Düster. Kein Mann an Deck. Kein Segel gesetzt.

Kein Lüftchen regt sich. Flaute. Das Meer ist ein dunkler Teppich mit verlorenem Lametta. Neuer Mond. Sternenklare Nacht.

Roter Mars.

Tote Venus.

Es knarrt in den Planken. Unter Deck herrscht blinde Dunkelheit. Wieso bin ich hier? War ich nicht eben noch…?

Dämonenaugen.

„Bist du das…?“ Angst.

„Psst!“ Die Gänsehaut weicht.

„Schwörst du mir…?“, flüstere ich.

„…den heiligen Eid.“ Die Dämonenaugen schließen sich und öffnen sich wieder: „Den heiligen Eid der Nacht.“

Ich atme wieder. Erleichterung.

„Mazikeen?“

Stille.

„Hast du sie getötet?“

„Jeden“, sagt sie, „es ist Nacht. Sie hätten es besser wissen müssen.“

„Männer wissen es niemals besser. DIESE wissen es niemals besser“, nicke ich und seufze.

„Ich bin da“, lächeln die Dämonenaugen.

„Auch morgen, richtig? Du wirst auch morgen hier sein? In der Nacht?“

„Ich bin immer da.“ Mazikeen nennt meinen Namen. „Besonders nachts.“

„Du wirst sie wieder töten, richtig? Immer wieder?“

„Und wieder und wieder.“ Ich spüre ihren Atem ganz dicht neben mir: „Ich bin die Nacht.“

„Du bist die Nacht und du bist bei mir.“

„Forever“, flüstert sie und ich schmiege mich in ihre Dämonenarme.

„TÖTE SIE! TÖTE SIE ALLE!“, schreie ich plötzlich.

Und es wird Tag.

* * *

Mehr von Andrea in ihrem neuen Roman:

Andrea Lauenburg: J. – Forever

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